Reise blog von Travellerspoint

Rajastan - Land der Koenige

Sandfarbene Festungen, maerchenhafte Palaeste, blaue und pinkfarbene Staedte, Frauen in leuchtenden Saris, Männer in bunten Turbanen, Kamele, weite Wüstenlandschaften...

Die Ankunft in Jaipur ist etwas muehsam, da ich meinen Transfer-Mensch nicht sofort finde. Es warten reihenweise Typen, die einem zu einem Hotel bringen wollen und dann Kommission absahnen. Man muss ganz schoen aufpassen, was man diesen Typen erzehlt, die drehen das dann schon so, dass es glaubwuerdig toent als waeren sie die Person auf die man warte - aber ich habe ja seit der Geschichte in Delhi gelernt und warte geduldig auf meinen Fahrer. Nach ein paar Telefonaten hin und her finden wir uns. Das warten hat sich gelohnt, ich werde mit einem super netten und sauberen Guest House belohnt...inklusive Dachterrasse.

Die Stadt wurde am 17. November 1727 von Maharaja Jai Singh II. als neue Hauptstadt des Fürstenstaates Jaipur gegründet und gehört damit zu Rajasthans jüngeren Städten. Jaipur wird Pink City (die „rosarote Stadt“) genannt. Die Bezeichnung bezieht sich auf die rosarote Farbe der Gebäude im Altstadtviertel. Das beruehmtste Wahrzeichen ist der Palast der Winde (Hawa Mahal). Diese auffällige Konstruktion diente den zahlreichen Damen des Hofes, die sich nicht unter das einfache Volk begeben durften, als Beobachtungsposten vor allem bei den beliebten Prozessionen. So sah, hörte und roch man alles von der Straße, konnte aber aufgrund der abdunkelnden Bauweise von außen nicht bemerkt werden. Ebenfalls spannend ist das Observatiorium " Jantar Mantar" des Hobbyastronomen Jai Singh II. Etwa 11 Kilometer von Jaipur entfernt liegt das Fort Amber. Es war Königspalast der Kachchwaha-Dynastie, bevor Jaipur zur Residenzstadt wurde. All diese spannenden sachen geniesse ich auf einer Stadtrundfahrt mit drei Spaniern und einer indischen Familie etwas zerquetscht von einem Jeep aus.

Nach zwei eindruecklichen Tagen in Jaipur reise ich per Nachtzug nach Jaisalmer, ein kleines Staedtchen in der Thar Wueste. Die Zugfahrt ist eigentlich ganz bequem (Decken, Leintuch und Kissen inkl.) wuerde die Dame nebendran nicht so laut schnarchen, wuerde der Herr schraeg ueber mir nicht staendig auf und ab klettern und wuerde die soeben noch schnarchende Dame am Morgen frueh um 5 Uhr ihr Plappermaul halten... Etwas muede kam ich in Jaisalmer an und werde wieder von einem Fahrer erwartet, der mich zum Guesthouse bringt ( das Guest House: Artist Hotel gehoert einem Oesterreicher und der Erloes kommt lokalen Musikern zugute, das Essen ist ausgezeichnet und ich huete mich vom Hausgemachten Apfelstrudel oder Kaiserschmarrn zu essen...schliesslich bin ich ja in Indien). Nach einem kurzen Rast geht es ab zu den Sandduenen nach Sam, wo ich auf dem Kamel den Sonnenuntergang geniesse. Raju, mein Kamel ist 9 Jahre alt und frisst morgens und abends 20 kg Heu und trinkt 45 Liter Wasser pro Tag. Das galoppieren auf so einem Dromedar (da es ja nur 1 Hoecker hat) ist sehr angenehm. Wenn sich das Tier aber hinlegt, damit man absteigen kann, muss man schon etwas aufpassen, dass man nicht Kopfueber in den Sand faellt...

Bevor ich nach Jodhpur Reise, gebe ich noch meine Waesche in die Hotel-Waescherei. Nachdem die saubere Waesche mit 12 Stunden Verspaetung bei mir eintrifft, fehlt mein teures Kaikalla Jaecklein....ich werde sauer die Suche ghet nur zaghaft voran. So spreche ich ein Machtwort mit dem Oesterreicher. Das hat offenbar imponiert, als ich drei Stunden spaeter das Gepack fuer die Weiterreise abhole, ist auch meine Jacke wieder da...jemand hat sie aus Versehen in den Schrank gesteckt...haha.

Nach einer fuenfstuendigen und etwas staubigen Zugfahrt komme ich in Jodhpur an. Gleich am naechsten Tag gehts auf Sightseeing. Auch da gibt es wieder so einei tolle Festung sogar mit Autio-Guide, der gar nicht mal so schlecht ist. Jodhpur ist auch bekannt durch seine blau gettuenchten Haeuser, die man von der Festung aus super sieht. Uebrigens residiere ich hier in der Honeymoon-Suite, da ich eigentlich schon vorreserviert habe und kein Zimmer der guensitgen Kategorie mehr frei ist. Nach zwei Naechten da drin, geht meine Reise auch schon zur zweitletzten Station in Indien: Nach Udaipur. Dieses Mal mit Privatfahrer...Die Fahrt ist recht krass, da wir eine ganze Weile auf einer stark von Lastwagen berfahrenen Strecke fahren. Die Ueberholmanoever sind halsbrecherisch und anschliessend die kleine Passtrasse nicht weniger gefaehrlich. Ich bin heilfroh, unversehrt in Udaipur gelandet zu sein. Hier genisse ich ein kleines Hotel mit extrem steilen Treppen und riesen Stufen, aber mit herrlichem Dachterrassen-Restaurant und Blick auf den See (Lake Pichola).

P.S.: Bilder folgen dann von zu Hause aus, die Computer sind einfach immer noch zu langsam um Bilder in vernuenftiger Geschwindigkeit hochzuladen.

Eingestellt von Sonja.S 05.12.2011 05:21 Archiviert in Indien Kommentare (0)

Spinnen und andere Geschichten

Ein paar Erlebnisse auf dem Weg nach Rajastan

sunny 25 °C

Ich verlasse das Internet Cafe und geniesse mein leckeres Fisch Curry - wie aus dem nichts flattern ploetzlich Tischtuecher, Servietten und alles was sonst nicht niet- und nagelfest ist in der gegend umher. ein ploetzlicher sturm...man hat es schon in den letzten tagen bemerkt, irgend was bahnt sich auf dem Meer draussen an. Offensichtlich ist ein Zyklon im Gange. Dieser wirbeld aber zum Glueck hauptsaechlich auf dem Meer. An Land merkt man hoechstens die hohen Wellen und eben ein paar Heftige Windboehen. Ich freue mich auf mein heimeliges Bungalow.

Angekommen im Bungalow der erste Stromausfall. Per Handy suche ich meinen Weg aufs WC. Ich komme wieder raus und da ist auch schon der Strom wieder da. Ich will gerade den Lichtschalter betaetigen, als mir eine Riesenspinne begegnet. Ich springe mit einem Riesensatz in die andere Ecke des Zimmers und da ist auch schon wieder der Strom wieder Weg. Der naechste Satz bringt mich nach draussen, wo gleich gegenueber die Security Leute stehen. Ganz zittrig erzaehle ich ihnen von meiner unliebsamen Begegnung und bitte sie darum das Viech zu fangen. Die Jagt geht los doch nach 15 min. Suche von drei Leuten (ich sitze zitternd auf dem Bett) meint man, die Spinne sei schon weg. Ich beharre aber darauf, das Tier noch weiterhin zu suchen. Schliesschlich starrt es hinter dem Spiegel hervor. Es gelingt den drei Maennern den Achtbeiner hervor zu locken und schliesslich zu erlegen... Sofort untersuche ich selber nochmal jede Ecke und alle Gepaeckstuecke ab, stopfe anschliessend alle auffindbaren Loecher und montieren das Moskitonetz so, dass weder Muecken noch Spinnen eindringen koennen. Der Strom ist wieder da zum Glueck, mit Licht und Ventilator auf Turbo versuche ich ein wenig zu schlafen, was mir auch gelingt.

Nach einem Zwischenstopp in Trivandrum (was uebrigens eine sehr angenehme Stadt ist und Nache des huebschen Strand-Ortes Kovalam) fliege ich nach Delhi. Bequem werde ich abgeholt und ins Hans Plaza gebracht , einem ganz netten Hotel der oberen Preisklasse (fuer mich als Travel Agent als Rekognoszierungs-Reise gratis). Am Abend geniesse ich dann mit dem Agenten meines Zukuenftigen Arbeitgebers ein nettes Abendessen und schlafe wunderbar in dem Riesenbett ein.

Am naechsten Morgen werde ich bereits um 5h15 vom Fahrer abgeholt und zum Bahnhof in Neu Delhi gebracht. Der Anblick fruehmorgens an diesem Bahnhof ist nicht was man sehen will aber was leider in Indien oftmals Realitaet ist: Reihenweise Leute, die vor dem Eingang eingewickelt in Decken am Boden schlafen. Ich steige aus und suche mir den Weg zwischen den Leuten zum Haupteingang. Da werde ich aufgehalten und man fragt mich nach einem sog. Bording-Pass. Ich habe doch ein E-Ticket, und brauche doch fuer den Zug keinen Bordingpass. Ich ignoriere den Hinweis und laufe weiter. Da werde ich noch von jemandem am Eingang angehauen. Scheint ein offizieller zu sein. Er sagt, falls ich kein Bording-Pass besitze muesse ich im Zug eine Busse zahlen. Ok, nun glaube ich ihm. Ich nehme ein Taxi (welches er mir zuteilt) und werde ganz schnell zu diesem Zug-Buero gebracht. Dort sagt man mir, dass ich zu spaet fuer den Bordingpass bin und ich eile wieder zurueck zum Bahnhof - zahle ich halt die Busse. Ich erwische gerade noch meinen Zug - dort fragt mich ueberhaupt niemand mehr nach einem Bording-Pass. So wurde ich offensichtlich getaeuscht und das Geld fuers Taxi wanderte wohl in die Haende einer Bande oder so...das ganze kam mir sowieso ploetzlich suspekt vor...naja, alles nochmals gut gegangen. Ich werde von nun an vorsichtiger sein. Das naechste mal schreibe ich aus Rajastan.

Eingestellt von Sonja.S 01.12.2011 05:13 Archiviert in Indien Kommentare (0)

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